Die Gründung des großen Dings ist als Zwangsläufigkeit zu betrachten: Während die Protagonisten der improvisierenden Szenen des Ruhrgebiets und Kölns bereits seit geraumer Zeit in unterschiedlichsten Formationen zusammen arbeiteten, schien sich mehr und mehr eine Art feste Schnittmenge der beteiligten Musiker herauszukristallisieren - weniger im Sinne eines losen Netzwerks, wie es in ähnlichen Kontexten häufig vorzufinden ist, sondern vielmehr ausgeprägt als kollektiv-unterbewusste Vorstellung einer gemeinsamen Idiomatik.
Im Sinne der gängigen Programmtext-Dramaturgie folgt an dieser Stelle ein Exkurs, der die Einzigartigkeit des Ensembles dargestellt und insbesondere auf die maximal individuelle Möglichkeit der Klanggenese als Alleinstellungsmerkmal verweist. [sic!] Tatsache ist, dass das große Ding seit mehreren Jahren künstlerische Präsenz, ästhetisches Rückgrat und kompromisslose Spielwut beweist, was sich in Form eines elaborierten und differenziert ausgeprägten Ensembleklanges niederschlägt. Aufgrund dieser Stabilität wirken Gruppe und Individuen reflexiv auf- und miteinander. Das große Ding ist beispielsweise in der Lage, Experimentierfelder ausgelagerter Subgruppen zu resorbieren - der Umstand, dass dem Ensemble verschiedene originäre Duos/Trios/Quartette immanent sind, eröffnet eine Vielzahl optionaler Handlungsräume, die zwar das klangliche Resultat bedingen, aber nie zum Selbstzweck verkommen.
Zentrales Moment dabei ist die unentwegte Suche nach neuen Wegen musikalischen Ausdrucks, Konzepten der Raum- und  Zeitgestaltung, sowie sozialen und künstlerischen Interaktionsformen innerhalb und außerhalb der Gruppe.


Flavio Zanuttini, Brad Henkel - trumpet

Paul Hubweber - trombone

Florian Walter, Leonhard Huhn, Julius Gabriel - saxophone

Martin Verborg - violin

Elisabeth Fügemann, Nathan Bontrager - violoncello

Constantin Herzog, Stefan Schoenegg - doublebass

Alex Morsey - sousaphone, doublebass

Achim Kämper, Florian Zwißler - electronics

Nicola Hein - guitar

Philip Zoubek - piano 

Fabian Jung, Simon Camatta - percussion

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